Smart Glasses sehen aus wie gewöhnliche Brillen, verfügen jedoch über integrierte Kameras und Mikrofone. Dadurch können Menschen unbemerkt gefilmt werden. Fachleute warnen, dass diese Technik neue Formen digitaler Gewalt begünstigt und insbesondere die Privatsphäre im öffentlichen Raum zunehmend gefährdet.
Betroffene erfahren oft erst im Nachhinein, dass Bilder oder Videos von ihnen im Internet veröffentlicht wurden. Neben dem Verlust der Kontrolle über die eigenen Aufnahmen können Scham, Verunsicherung und psychische Belastungen die Folge sein. Besonders problematisch ist die schnelle Verbreitung über soziale Netzwerke, während die Löschung der Inhalte häufig langwierig und schwierig ist.
Rechtlich wird zwischen dem Anfertigen einer Aufnahme und ihrer Veröffentlichung unterschieden. Während heimliche Aufnahmen nicht in jedem Fall strafbar sind, kann das Veröffentlichen oder Verbreiten von Bildmaterial gegen Persönlichkeitsrechte verstoßen. Datenschutz- und Rechtsexperten sehen deshalb Anpassungsbedarf bei den gesetzlichen Regelungen, um mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten.
Wer feststellt, dass Aufnahmen ohne Einwilligung veröffentlicht wurden, sollte Beweise sichern, Inhalte bei den jeweiligen Plattformen melden und rechtliche Beratung in Anspruch nehmen. Je früher Betroffene reagieren, desto größer sind die Chancen, die Verbreitung einzudämmen und ihre Rechte durchzusetzen.