Seit Herbst 2025 ist ein spürbarer Anstieg von Betrugsfällen im Zusammenhang mit einer bekannten Online-Plattform für Gebrauchtwaren festzustellen. Besonders zu Beginn des Jahres 2026 nahmen die Fälle nochmals deutlich zu. Der bislang entstandene Gesamtschaden beläuft sich auf rund 80.000 Euro.
Betroffen sind vor allem Personen, die Waren verkaufen und diese versenden möchten. Die Täter nutzen gezielt die vermeintliche Funktion „Sicher bezahlen“, um an sensible Bankdaten zu gelangen.
Die Betrüger nehmen über den Plattform-Chat Kontakt auf und bekunden Interesse an einem Artikel. Sie schlagen vor, die integrierte Zahlungsfunktion zu verwenden. Kurz darauf wird entweder ein technisches Problem behauptet oder eine erfolgreiche Zahlung vorgetäuscht.
Anschließend erhalten die Betroffenen einen Link per Chat oder E-Mail. Dieser führt auf eine professionell gestaltete Internetseite, die der Originalseite täuschend ähnlich sieht. Dort werden persönliche Daten sowie Online-Banking- oder Kreditkartendaten abgefragt.
Insbesondere bei der Nutzung über ein Smartphone wird die manipulierte Internetadresse häufig nicht erkannt.
Der Betrug ist vollendet, sobald eine Push-TAN in der Banking-App bestätigt wird. In der Folge führen die Täter unberechtigte Überweisungen oder Kreditkartenabbuchungen durch. In einzelnen Fällen entstand ein Schaden im fünfstelligen Bereich.
Nutzerinnen und Nutzer von Online-Verkaufsplattformen sollten Zahlungsprozesse stets sorgfältig prüfen und sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Professionell gestaltete Webseiten und vermeintlich sichere Bezahlfunktionen bieten keinen Schutz, wenn Zahlungsabläufe außerhalb der offiziellen Plattform stattfinden.
Quelle: PD Hannover