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Harburg (Kreis)
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Schockanrufe: Wenn Betrug massive Folgen hat

Ermittlungen nach tödlichen Betrugsanrufen

In Hamburg sind mehrere hochbetagte Frauen nach sogenannten Schockanrufen verstorben. In mindestens einem Fall sehen die Ermittlungsbehörden nach rechtsmedizinischer Begutachtung einen möglichen Zusammenhang zwischen dem betrügerischen Anruf und dem Tod der Betroffenen. In weiteren Fällen besteht zumindest ein enger zeitlicher Zusammenhang. Die Ermittlungen richten sich gegen bislang unbekannte Täter.

Vorgehensweise der Täter

Die Geschädigten erhielten Anrufe von Personen, die sich als Polizeibeamte oder Mitarbeitende der Justiz ausgaben. Mit dramatischen Schilderungen angeblicher Unglücksfälle im familiären Umfeld setzten sie die Seniorinnen massiv unter Druck. Ziel war es, Angst zu erzeugen und schnelles Handeln zu erzwingen. Teilweise kündigten die Anrufer an, ein angeblicher Bote werde Wertgegenstände abholen.

Tatorte im Hamburger Norden und Süden

Die betroffenen Frauen lebten in verschiedenen Hamburger Stadtteilen, darunter auch Gebiete nördlich in der Nähe des Landkreises Harburg. In mindestens einem Fall erbeuteten die Täter Schmuck und finanzielle Unterlagen. Ob in weiteren Fällen Vermögenswerte übergeben wurden, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Schockanrufe als besonders perfide Betrugsmasche

Schockanrufe gehören zu den gefährlichsten Betrugsformen, da sie gezielt emotionale Ausnahmesituationen ausnutzen. Häufig kombinieren die Täter diese Masche mit dem Auftreten als falsche Polizeibeamte oder Staatsanwälte. Die Gespräche werden bewusst so gestaltet, dass Nachfragen, Rückrufe oder Gespräche mit Angehörigen verhindert werden.

Polizei warnt vor falschen Amtspersonen

Die Polizei weist erneut eindringlich darauf hin, dass echte Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Gerichte niemals telefonisch Geld, Schmuck oder andere Wertsachen verlangen. Es gibt in Deutschland keine bar zu zahlenden Kautionen. Forderungen nach Geheimhaltung oder Zeitdruck sind klare Warnzeichen für Betrug.

 

Präventionshinweise: So schützen Sie sich und andere

  • Legen Sie bei verdächtigen Anrufen sofort auf – Auflegen ist kein unhöfliches Verhalten, sondern Selbstschutz.
  • Geben Sie am Telefon keine persönlichen Daten, Kontoinformationen oder Details zu Vermögenswerten preis.
  • Übergeben Sie niemals Geld, Schmuck oder Wertsachen an unbekannte Personen.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und halten Sie keine angeblichen Notlagen geheim.
  • Rufen Sie im Zweifel selbst die Polizei unter der 110 oder eine bekannte, offiziell recherchierte Nummer an.
  • Sprechen Sie innerhalb der Familie über Betrugsmaschen und sensibilisieren Sie insbesondere ältere Angehörige.
  • Vereinbaren Sie ein familiäres Codewort für echte Notfälle.

Aufklärung, Aufmerksamkeit und der offene Austausch im persönlichen Umfeld sind die wirksamsten Mittel, um sich vor diesen Straftaten zu schützen.

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