Eine Person erhält abends eine E-Mail, angeblich von der eigenen Bank. Darin wird vor einer „verdächtigen Kontobewegung“ gewarnt. Über einen Link soll das Konto „dringend überprüft“ werden. Die verlinkte Seite sieht täuschend echt aus. Kurz nach der Eingabe der Zugangsdaten ruft ein angeblicher Bankmitarbeiter an, um die „Sperrung“ zu verhindern. Wenige Minuten später sind mehrere Tausend Euro vom Konto abgebucht.
Cyberbetrug gegen Bankkunden nimmt weiter zu. Sicherheitsbehörden beobachten eine steigende Zahl von Angriffen, bei denen Betrüger mit immer professionelleren Methoden vorgehen. Trotz umfangreicher technischer Schutzmaßnahmen gelingt es Tätern häufig, Menschen zur Preisgabe sensibler Daten zu bewegen.
Im Fokus steht dabei weniger das Hacken von Systemen als die gezielte Täuschung von Menschen. Phishing-Mails, gefälschte Internetseiten oder Anrufe unter falschem Namen setzen auf Zeitdruck und Angst. Die Täter geben sich etwa als Banken, Behörden oder bekannte Dienstleister aus, um Vertrauen zu erschleichen.
Cyberbetrug trifft nicht nur ältere Menschen. Auch jüngere, digital versierte Nutzerinnen und Nutzer werden Opfer. Banken reagieren mit Schulungen, internen Tests und Warnhinweisen bei auffälligen Überweisungen. Ein vollständiger Schutz lässt sich jedoch nicht garantieren.
Cyberbetrug ist kein Randphänomen. In einer Umfrage des Bankenverbands aus dem Herbst 2025 gaben knapp ein Viertel der rund 1.000 Befragten an, innerhalb von zwei Jahren Opfer eines gelungenen oder versuchten Online-Betrugs geworden zu sein. Besonders häufig traten Betrugsfälle beim Online-Shopping (34 Prozent), durch Phishing-Nachrichten (30 Prozent) sowie durch Identitätsmissbrauch (22 Prozent) auf. Fachleute gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele Betroffene aus Scham oder Unsicherheit keine Anzeige erstatten.
Wachsamkeit bleibt der wichtigste Schutz vor Cyberbetrug.