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Sexuelle Gewalt gegen Minderjährige: Die Gefahr wächst auch im Netz

Sexuelle Gewalt bleibt ein drängendes Problem

Die aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Im Jahr 2025 wurden bundesweit mehr als 20.000 Kinder und Jugendliche Opfer sexuellen Missbrauchs. Besonders alarmierend ist der Anstieg von Straftaten, die im Internet begangen werden. Dazu zählen unter anderem Cybergrooming, Sextortion sowie sexuelle Missbrauchshandlungen ohne Körperkontakt.

In vielen Fällen kennen die betroffenen Kinder und Jugendlichen die Tatverdächtigen bereits. Die Taten werden überwiegend von alleinhandelnden männlichen Tätern begangen.

Die digitale Welt eröffnet neue Tatmöglichkeiten

Sexuelle Gewalt findet zunehmend online statt. Täter nutzen soziale Netzwerke, Messenger-Dienste, Spieleplattformen und Livestreams, um Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie zur Übersendung intimer Bilder oder Videos zu drängen.

Auch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) schafft neue Gefahren. Bilder und Videos können inzwischen einfach manipuliert oder vollständig künstlich erzeugt werden. Dadurch entstehen zusätzliche Möglichkeiten für Missbrauch, Erpressung und die Verbreitung sexualisierter Darstellungen von Minderjährigen.

Jugendpornografische Inhalte auf Höchststand

Während die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit kinderpornografischen Inhalten leicht zurückgegangen ist, erreichten Delikte mit jugendpornografischen Inhalten im Jahr 2025 einen neuen Höchststand. Auffällig ist, dass zahlreiche Minderjährige selbst als Tatverdächtige registriert werden, weil sie intime Aufnahmen leichtfertig erstellen oder weiterleiten, ohne sich der strafrechtlichen Folgen bewusst zu sein.

Die Vermittlung von Medienkompetenz an Kinder und Jugendliche sowie die Aufklärung von Eltern, Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften bleiben daher von zentraler Bedeutung.

 

Präventionshinweise

  • Sprechen Sie frühzeitig und altersgerecht mit Kindern und Jugendlichen über Gefahren im Internet.
  • Vermitteln Sie, dass persönliche Daten, Bilder und Videos niemals leichtfertig weitergegeben werden sollten.
  • Sensibilisieren Sie Kinder dafür, keine Treffen mit Online-Bekanntschaften ohne Wissen der Eltern zu vereinbaren.
  • Ermutigen Sie Kinder und Jugendliche, unangenehme Nachrichten oder Kontaktaufnahmen sofort einer Vertrauensperson mitzuteilen.
  • Nutzen Sie sichere Privatsphäre-Einstellungen auf Smartphones, Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken.
  • Machen Sie deutlich, dass niemand das Recht hat, intime Bilder oder Videos einzufordern.
  • Klären Sie über die Gefahren von Cybergrooming, Sextortion und manipulierten KI-generierten Bildern und Videos auf.
  • Fördern Sie die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen und begleiten Sie sie bei der Nutzung digitaler Angebote.
  • Dokumentieren Sie verdächtige Kontaktaufnahmen und erstatten Sie im Verdachtsfall Anzeige bei der Polizei.
  • Holen Sie sich frühzeitig Unterstützung bei Beratungsstellen oder Opferhilfeorganisationen, wenn Kinder oder Jugendliche von sexueller Gewalt betroffen sind.

 

Das Bundeslagebild mit weiterführenden Informationen, unter anderem zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen, sowie Fallbeispielen finden Sie hier:

Quelle: Bundeskriminalamt

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