Der heimliche Einsatz von sogenannten K.O.-Tropfen ist weiter verbreitet als offizielle Zahlen vermuten lassen. Das zeigen erste Ergebnisse der länderübergreifenden Studie „Don’t knock me out“.
Die Studie „Don’t knock me out“ wurde Ende 2024 unter der Leitung von Jun.-Prof. Dr. Charlotte Förster (Technische Universität Chemnitz) durchgeführt. Es handelt sich um eine anonyme Online-Befragung zum Thema „Drink Spiking“, also dem unbemerkten Beimischen von K.O.-Tropfen oder ähnlichen Substanzen in Getränke. Teilnehmen konnten Personen ab 14 Jahren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Bislang haben mehr als 2.000 Menschen an der Umfrage teilgenommen. Für eine erste Auswertung wurden 1.288 Antworten aus Deutschland herangezogen. Die Studie läuft weiter, eine umfassende Gesamtauswertung ist für 2026 vorgesehen.
Mehr als 500 Befragte aus Deutschland gaben an, selbst schon einmal Opfer von Drink Spiking gewesen zu sein oder dies zumindest zu vermuten. Viele weitere berichteten von entsprechenden Vorfällen im Freundes- oder Bekanntenkreis. Die Ergebnisse machen deutlich: Es handelt sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein weit verbreitetes Problem.
Trotz der vielen Verdachtsfälle kommt es nur selten zu medizinischen Untersuchungen oder Anzeigen bei der Polizei. Nur wenige Betroffene ließen Blut-, Urin- oder Haarproben sichern. Noch weniger Fälle wurden angezeigt oder strafrechtlich verfolgt. Gründe sind häufig Unsicherheit, Erinnerungslücken, Scham oder die Sorge, nicht ernst genommen zu werden.
Nach Einschätzung der Studienleiterin Dr. Charlotte Förster ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Ziel der Studie ist es, das tatsächliche Ausmaß von Drink Spiking sichtbar zu machen, bestehende Hürden bei Anzeigen zu erkennen und daraus wirksame Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen abzuleiten.
K.O.-Tropfen sind kein Randproblem. Die Studie „Don’t knock me out“ unter Leitung von Jun.-Prof. Dr. Charlotte Förster zeigt, wie wichtig Aufklärung, Aufmerksamkeit und gegenseitige Unterstützung sind, um Betroffene zu schützen und Straftaten sichtbar zu machen.
Hier erhalten Sie weitere Informationen: https://www.do-not-knock-me-out.com
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft