Betrüger nutzen soziale Medien sowie Messenger-Dienste wie WhatsApp und Telegram gezielt, um Menschen zu vermeintlich lukrativen Geldanlagen zu verleiten. Was als kostenlose Börsenschulung oder exklusive Investmentchance beginnt, endet für viele Betroffene mit dem vollständigen Verlust ihres Geldes.
Der Betrug startet häufig mit auffälligen Werbeanzeigen oder Direktnachrichten. Versprochen werden kostenlose Aktienempfehlungen, Insiderwissen oder persönliche Betreuung durch angebliche Finanzprofis. Ein Klick führt meist in einen Gruppenchat, der seriös wirkt und professionell moderiert wird. Oft wird der Eindruck erweckt, die Gruppe gehöre zu einem bekannten Unternehmen oder einer anerkannten Institution.
Über Wochen hinweg teilen die angeblichen Expertinnen und Experten Schulungsinhalte, Marktanalysen und konkrete Anlagetipps. Unterstützt werden sie von weiteren Gruppenmitgliedern, die jedoch Teil des Betrugs sind. Kleine Belohnungen, Gewinnspiele oder Abstimmungen sorgen für regelmäßige Interaktion und stärken das Vertrauen der Teilnehmenden.
Teilweise erhalten neue Mitglieder ein Testguthaben oder können kleine Beträge auszahlen lassen. Diese Auszahlungen sind bewusst gewählt: Sie sollen beweisen, dass die Plattform „funktioniert“. Tatsächlich stammen die Auszahlungen aus den Einzahlungen anderer Opfer oder aus Betrugsgeldern.
Sobald Vertrauen aufgebaut ist, werden die Gruppenmitglieder aufgefordert, selbst Geld zu investieren. Dafür sollen sie Konten oder sogenannte Wallets bei angeblichen Handelsplattformen eröffnen. Das eingezahlte Geld landet jedoch nicht auf einem echten Handelskonto, sondern direkt bei den Kriminellen – oft über Kryptowährungen oder ausländische Konten.
Die auf der Plattform angezeigten Gewinne existieren nur auf dem Bildschirm. Sie dienen dazu, weitere Einzahlungen zu provozieren.
In einem nächsten Schritt wird zu „gemeinschaftlichen“ Investitionen geraten, angeblich um höhere Gewinne zu erzielen. Auszahlungen werden aufgeschoben, an Programme oder Laufzeiten geknüpft oder mit angeblichen Steuern und Gebühren blockiert. Gleichzeitig wächst der Druck, weiteres Geld nachzuschießen. Am Ende bricht der Kontakt ab – das Geld ist verloren.
Auch Jahre später können Betroffene erneut kontaktiert werden. In diesen Fällen behaupten die Täter, das verlorene Geld sei gefunden worden. Für die angebliche Rückzahlung sollen jedoch erneut Gebühren oder Steuern im Voraus gezahlt werden. Häufig werden dabei Behördennamen oder bekannte Institutionen missbraucht, um seriös zu wirken.
Die BaFin warnt zusätzlich davor, dass Messenger-Gruppen gezielt zur Kursmanipulation genutzt werden können. Gruppenmitglieder werden zum Kauf bestimmter Aktien bewegt, während die Drahtzieher von steigenden Kursen profitieren.
Quelle: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)