Eine ältere Frau hebt an einem Geldautomaten Bargeld ab und verlässt anschließend die Bankfiliale. Kurz darauf spricht sie ein Mann an und weist sie freundlich darauf hin, dass möglicherweise noch Geld im Ausgabeschacht des Automaten liege. Verunsichert kehrt sie zurück und überprüft ihr Konto am Automaten erneut. Während sie ihre PIN eingibt, steht der Unbekannte in ihrer Nähe und beobachtet den Vorgang.
Wenig später stellt sich heraus, dass ihre Bankkarte verschwunden ist. Vermutlich wurde die Geheimzahl zuvor ausgespäht und die Karte im Moment der Ablenkung entwendet. Zwar lässt die Frau ihre Karte schnell sperren, doch ob bereits Geld abgehoben wurde, bleibt zunächst unklar.
Kriminelle nutzen beim sogenannten „Shoulder-Surfing“ eine einfache, aber wirkungsvolle Methode: Sie beobachten die Eingabe der PIN – etwa am Geldautomaten, an der Supermarktkasse oder am Bezahlterminal. Anschließend versuchen sie, durch Ablenkung oder geschicktes Vorgehen an die Bankkarte zu gelangen.
Mit Karte und PIN können Täter anschließend Bargeld abheben oder Einkäufe tätigen – zumindest so lange, bis die Karte gesperrt wird.
Wenn eine Bankkarte gestohlen wurde oder verloren gegangen ist, sollte sie umgehend gesperrt werden. In Deutschland ist dies rund um die Uhr über den Sperr-Notruf 116 116 möglich.
Zusätzlich sollten Betroffene auch den KUNO-Sperrdienst nutzen. KUNO sorgt dafür, dass gestohlene oder verlorene Karten auch für Zahlungen im elektronischen Lastschriftverfahren (z. B. Unterschrift statt PIN im Geschäft) gesperrt werden. Diese Sperre erfolgt in der Regel über eine Anzeige bei der Polizei, weshalb eine schnelle Meldung besonders wichtig ist.
Mit einigen einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:
Wenn Ihre Bankkarte abhandenkommt oder missbräuchlich genutzt wird, lassen Sie sie sofort sperren (116 116) und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Eine schnelle Reaktion kann helfen, finanzielle Schäden zu begrenzen und Täter zu ermitteln