Direkt zum Inhalt
Harburg (Kreis)
Menü

Digitale Gewalt im Alltag: Ausmaß und Formen

Gewalt verlagert sich ins Digitale

Digitale Gewalt umfasst eine Vielzahl von Übergriffen, die über das Internet oder technische Hilfsmittel erfolgen. Dazu zählen unter anderem Beleidigungen, Drohungen, unerlaubte Veröffentlichungen von Bildern, digitale Nachstellung oder manipulierte Inhalte wie Deepfakes. Diese Form der Gewalt ist längst Teil des Alltags vieler Menschen.

Studie bringt Licht ins Dunkelfeld

Eine umfangreiche, repräsentative Untersuchung des Bundeskriminalamts mit dem Titel „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ (LeSuBiA) zeigt erstmals, wie verbreitet Gewalt – insbesondere auch im digitalen Raum – tatsächlich ist. Mehr als 15.000 Menschen wurden dazu befragt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung betroffen ist, viele Vorfälle jedoch nicht angezeigt werden und somit in offiziellen Statistiken fehlen.

Unterschiedliche Formen und Häufigkeiten

Die Studie unterscheidet verschiedene Erscheinungsformen digitaler Gewalt. Besonders häufig treten Beleidigungen und Bedrohungen über soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste auf. Auch das Veröffentlichen persönlicher Inhalte ohne Zustimmung oder das Erstellen gefälschter Profile ist verbreitet. Ein relevanter Anteil der Befragten berichtete zudem von digitaler Nachstellung oder Überwachung mittels technischer Hilfsmittel.

Bestimmte Gruppen stärker betroffen

Die Ergebnisse zeigen Unterschiede in Betroffenheit und Intensität: Frauen erleben digitale Gewalt häufiger und empfinden diese oft als belastender. Jüngere Menschen sind insgesamt stärker betroffen als ältere. Zudem sind Personen, die nicht der gesellschaftlichen Mehrheitsnorm entsprechen, überdurchschnittlich häufig Ziel digitaler Angriffe.

Digitale Gewalt selten ein Einzelfall

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass digitale Gewalt häufig im Zusammenhang mit anderen Gewaltformen auftritt. Insbesondere im sozialen Nahbereich werden digitale Mittel genutzt, um Kontrolle auszuüben oder bestehende Gewaltverhältnisse fortzusetzen.

 

Wichtige Präventionshinweise

  • Schützen Sie persönliche Daten und gehen Sie bewusst mit Informationen im Internet um.
  • Nutzen Sie sichere Passwörter und aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  • Seien Sie vorsichtig beim Teilen von Bildern und sensiblen Inhalten.
  • Nehmen Sie Bedrohungen oder Belästigungen ernst und dokumentieren Sie Vorfälle.
  • Blockieren und melden Sie auffällige Accounts auf Plattformen.
  • Suchen Sie Unterstützung bei Beratungsstellen oder wenden Sie sich an die Polizei.
0 0