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Harburg (Kreis)
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Wenn Kinder gegen ihre Eltern gewalttätig werden

Ein oft verschwiegenes Problem

Körperliche Gewalt in Familien geht nicht immer von Erwachsenen aus. Auch Kinder und Jugendliche greifen mitunter ihre Eltern an – durch Schlagen, Treten oder das Werfen von Gegenständen. Zu diesem bislang wenig erforschten Thema veröffentlichte die Psychologin Laura Bechtiger gemeinsam mit Forschenden der Universitäten Zürich und Basel Ergebnisse der sogenannten Zürcher Langzeitstudie zur psychosozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Gewalt erreicht ihren Höhepunkt in der frühen Pubertät

Für die Studie wurden mehr als 1.500 junge Menschen über viele Jahre begleitet. Rund ein Drittel der Befragten gab an, mindestens einmal gegenüber den eigenen Eltern körperlich gewalttätig geworden zu sein. Besonders häufig trat dieses Verhalten zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr auf. Mit zunehmendem Alter nahm die Gewalt deutlich ab.

Familiäre Konflikte und Impulsivität als Risikofaktoren

Die Untersuchung zeigt, dass frühe Auffälligkeiten wie starke Impulsivität oder Hyperaktivität das Risiko späterer Gewalt erhöhen können. Auch häufige Streitigkeiten der Eltern sowie ein sehr strenger Erziehungsstil standen mit mehr Gewalt in Verbindung. Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen waren dagegen nur gering.

Gute Beziehungen schützen

Als wichtige Schutzfaktoren nennen die Forschenden eine enge und unterstützende Beziehung innerhalb der Familie sowie einen konstruktiven Umgang mit Konflikten. Kinder und Jugendliche profitieren besonders davon, wenn sie früh lernen, mit Wut, Stress und Frustration angemessen umzugehen.

 

Präventionshinweise

  • Konflikte in der Familie frühzeitig ansprechen und nicht verdrängen 
  • Kinder beim Umgang mit Gefühlen und Frustration unterstützen 
  • Auf Warnsignale wie starke Impulsivität oder häufige Aggression achten 
  • Gewaltfreie Kommunikation und klare Regeln im Alltag fördern 
  • Bei anhaltenden familiären Konflikten rechtzeitig Hilfe durch Beratungsstellen oder Fachkräfte suchen

 

Quelle: Spektrum der Wissenschaft

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