Das bundesweite Hilfetelefon für von Gewalt betroffene Frauen verzeichnete im Jahr 2025 einen neuen Höchststand bei den Beratungen. Mehr als 69.500 Kontakte wurden registriert. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Beratungen deutlich an. Die Entwicklung setzt einen langjährigen Trend fort und verdeutlicht den anhaltenden Bedarf an niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten.
Der größte Teil der Anfragen betraf geschlechtsspezifische Gewalt. Am häufigsten suchten Betroffene Unterstützung aufgrund häuslicher Gewalt oder Gewalt durch aktuelle beziehungsweise ehemalige Partner. Weitere Themen waren sexualisierte Gewalt, psychische und körperliche Gewalt sowie Stalking.
Neben der telefonischen Beratung wurden auch Online-Angebote verstärkt genutzt. Insbesondere Chat-Funktionen und digitale Kontaktmöglichkeiten gewinnen zunehmend an Bedeutung und erleichtern vielen Betroffenen den Zugang zu professioneller Hilfe.
Foto: Michael Kropp
Als mögliche Ursachen für die steigenden Beratungszahlen werden die zunehmende Bekanntheit des Hilfsangebots, eine stärkere öffentliche Auseinandersetzung mit Gewalt gegen Frauen sowie eine höhere Bereitschaft von Betroffenen genannt, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig weisen aktuelle Lagebilder darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen weiterhin ein ernstes gesellschaftliches Problem darstellt und viele Taten nicht angezeigt werden.
Das bundesweite Hilfetelefon bietet Betroffenen, Angehörigen und unterstützenden Personen eine anonyme, kostenfreie und barrierefreie Beratung. Die Unterstützung erfolgt telefonisch sowie online und steht rund um die Uhr in mehreren Sprachen zur Verfügung.