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Harburg (Kreis)
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Im Landkreis Harburg: Stalking wird zunehmend digital

Stalking bleibt ein ernstes Problem

Die Zahl der registrierten Stalking-Fälle in Niedersachsen ist im Jahr 2025 leicht auf 2.354 Fälle zurückgegangen (2024: 2.389). Mit einer Aufklärungsquote von 93,2 Prozent werden die meisten Fälle aufgeklärt. Dennoch warnt das Landeskriminalamt Niedersachsen vor einer besorgniserregenden Entwicklung: Täter nutzen zunehmend digitale Technologien, um ihre Opfer über einen langen Zeitraum zu überwachen, zu kontrollieren und psychisch unter Druck zu setzen.

Digitale Nachstellungen nehmen zu

Während Nachstellungen früher häufig auf persönliche Kontakte oder Beobachtungen beschränkt waren, nutzen Täter heute soziale Netzwerke, heimliche Überwachungsprogramme, Standort-Tracker oder kompromittierte Online-Konten. Durch die Kombination verschiedener technischer Möglichkeiten entsteht oftmals ein nahezu lückenloses Bild des Alltags ihrer Opfer.

Die Vorgehensweise folgt häufig einem bestimmten Muster: Zunächst werden Informationen über soziale Netzwerke oder andere öffentlich zugängliche Quellen gesammelt. Anschließend verschaffen sich Täter Zugang zu Smartphones oder Online-Konten, um schließlich eine dauerhafte digitale Überwachung aufzubauen. Nicht selten endet dies in Drohungen, der Veröffentlichung persönlicher Daten oder der Verbreitung manipulierten Bildmaterials.

Auch im Landkreis Harburg suchen Betroffene Hilfe

Die Entwicklung spiegelt sich auch in der Arbeit der Außenstelle des WEISSEN RINGS im Landkreis Harburg wider. Im Jahr 2025 baten 13 Betroffene von Stalking um Unterstützung. Im laufenden Jahr 2026 haben sich bislang bereits fünf Betroffene an die Opferhilfeorganisation gewandt. Die Zahlen verdeutlichen, dass Stalking keineswegs ein Randphänomen ist und oftmals erhebliche Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl sowie die psychische Gesundheit der Betroffenen hat.

Vorsicht bei Verdacht auf digitale Überwachung

Betroffene verspüren häufig den verständlichen Wunsch, verdächtige Apps sofort zu löschen oder Passwörter unmittelbar zu ändern. Experten raten jedoch zu einem besonnenen Vorgehen. Durch vorschnelle Veränderungen können wichtige digitale Beweise verloren gehen. Zudem werden Täter teilweise automatisch darüber informiert, wenn Überwachungsprogramme entfernt werden.

Wer den Verdacht hat, Opfer von Stalking zu sein, sollte daher möglichst frühzeitig professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen und keine überstürzten technischen Maßnahmen ergreifen.

Weitere Informationen zum Thema Stalking bietet die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Unterstützung für Betroffene

Eine wertvolle Hilfe bietet der WEISSE RING – Tipps gegen Stalking und Stalking-Tagebuch. Dort steht unter anderem ein Stalking-Tagebuch zum Download bereit, mit dem Vorfälle dokumentiert und Beweise gesichert werden können. Betroffene erhalten außerdem Unterstützung über das Opfer-Telefon des WEISSEN RINGS unter der Telefonnummer 116 006.

 

Präventionshinweise

  • Nehmen Sie Stalking und digitale Überwachung immer ernst. 
  • Erstatten Sie möglichst frühzeitig Anzeige bei der Polizei. 
  • Dokumentieren Sie sämtliche Vorfälle in einem Stalking-Tagebuch und sichern Sie Screenshots sowie Nachrichten. 
  • Löschen Sie verdächtige Programme nicht vorschnell, da dadurch wichtige Beweise verloren gehen können. 
  • Ändern Sie Passwörter erst nach einer Beratung möglichst über ein vertrauenswürdiges, neutrales Gerät. 
  • Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentisierung für wichtige Online-Konten. 
  • Überprüfen Sie regelmäßig die Sicherheit Ihrer Geräte wie Smartphones, Tablets, Computer, Router und privater Überwachungssysteme. 
  • Deaktivieren Sie unnötige Standortfreigaben und schränken Sie die Sichtbarkeit persönlicher Informationen in sozialen Netzwerken ein. 
  • Nutzen Sie vorhandene Schutzfunktionen zur Erkennung unbekannter Tracker. 
  • Suchen Sie frühzeitig Unterstützung bei der Polizei sowie bei Beratungs- und Opferschutzorganisationen. 

Stalking ist kein Kavaliersdelikt. Die zunehmende Digitalisierung eröffnet Tätern neue Möglichkeiten der Kontrolle und Einschüchterung. Umso wichtiger ist es, Verdachtsmomente ernst zu nehmen und strategisch vorzugehen, um sowohl die eigene Sicherheit als auch wertvolle Beweise zu schützen.

 

Quelle: Landeskriminalamt Niedersachsen 

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