Frauenhäuser stehen zunehmend nicht nur vor der Herausforderung, Betroffene vor körperlicher Gewalt zu schützen. Auch digitale Angriffe entwickeln sich zu einer ernsten Gefahr. Nach aktuellen Erkenntnissen wurden mehrere Einrichtungen gezielt mit Cyberangriffen attackiert. Dabei verschaffen sich Kriminelle über täuschend echte E-Mails Zugang zu Computersystemen, stehlen sensible Daten und drohen anschließend mit deren Veröffentlichung, um Lösegeld zu erpressen.
Immer häufiger setzen gewalttätige Partner oder Ex-Partner digitale Mittel ein, um ihre Opfer aufzuspüren oder zu überwachen. Smartphones, Ortungsdienste und versteckte Überwachungssoftware ermöglichen es Tätern, Aufenthaltsorte nachzuverfolgen oder auf persönliche Daten zuzugreifen. Dadurch wird der Schutz von Frauenhäusern erheblich erschwert.
Besonders problematisch sind heimlich installierte Spionage-Apps sowie kleine Bluetooth-Tracker, die unbemerkt in Taschen, Fahrzeugen oder sogar in Gegenständen von Kindern versteckt werden können. Auch gemeinsam genutzte Ortungsfunktionen auf Smartphones oder anderen Geräten bergen erhebliche Risiken.
Die zunehmende digitale Bedrohung stellt Frauenhäuser und Beratungsstellen vor neue Herausforderungen. Neben der klassischen Schutzarbeit müssen Mitarbeitende heute auch digitale Risiken erkennen, Betroffene beraten und technische Schutzmaßnahmen umsetzen. Dafür sind kontinuierliche Schulungen sowie ausreichende personelle und technische Ressourcen erforderlich.
Quelle: Behörden Spiegel