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Harburg (Kreis)
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Digitale Gewalt: Wenn der Täter auch aus der Ferne kontrolliert

Gewalt endet nicht an der Wohnungstür

Digitale Gewalt kann überall stattfinden: auf dem Smartphone, in sozialen Netzwerken, per Messenger oder über vernetzte Geräte im eigenen Zuhause. Besonders häufig tritt sie im Zusammenhang mit Stalking sowie Gewalt in bestehenden oder beendeten Partnerschaften auf.

Betroffene werden beispielsweise mit Nachrichten bedrängt, online verfolgt, über ihren Standort kontrolliert oder mit der Veröffentlichung privater Bilder bedroht. Auch der unbefugte Zugriff auf Accounts oder die Überwachung digitaler Geräte gehören zu den möglichen Formen digitaler Gewalt.

Wenn Kontrolle zum Alltag wird

Für Betroffene kann digitale Gewalt erheblichen Druck erzeugen. Das Gefühl, ständig beobachtet oder erreichbar sein zu müssen, kann Angst und Unsicherheit verstärken. Besonders belastend ist, wenn der Täter trotz einer Trennung weiterhin versucht, über digitale Wege Einfluss auf das Leben der betroffenen Person zu nehmen.

Fachberatungsstellen berichten deshalb von einem wachsenden Unterstützungsbedarf. In vielen Fällen ist neben der persönlichen Beratung auch technisches Fachwissen notwendig, um beispielsweise Überwachungsmöglichkeiten zu erkennen, Konten abzusichern oder digitale Zugriffe zu beenden.

Betroffene müssen nicht allein handeln

Wer digitale Gewalt erlebt, sollte sich möglichst früh Unterstützung holen. Betroffene müssen nicht selbst herausfinden, wie sie sich gegen digitale Überwachung oder Bedrohungen schützen können.

Der WEISSE RING unterstützt Kriminalitätsopfer unabhängig davon, auf welchem Weg die Tat begangen wurde. Die ehrenamtlichen Opferhelfer können Betroffene persönlich begleiten, bei der Suche nach geeigneten Hilfsangeboten unterstützen und über weitere Schritte informieren.

Wichtig können auch die Sicherung von Beweisen und eine Anzeige bei der Polizei sein. Nachrichten, E-Mails, Chatverläufe oder Screenshots sollten deshalb möglichst dokumentiert und nicht vorschnell gelöscht werden.

Digitale Sicherheit überprüfen

Nach einer Trennung oder bei einem Verdacht auf digitale Überwachung empfiehlt es sich, Passwörter zu ändern und für wichtige Konten unterschiedliche Zugangsdaten zu verwenden. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet zusätzlichen Schutz.

Auch Standortfreigaben, gemeinsam genutzte Konten, unbekannte Geräte und die Zugriffsrechte von Apps sollten überprüft werden. Bei einem konkreten Verdacht auf Überwachung kann es sinnvoll sein, sich zunächst fachkundig beraten zu lassen, bevor Veränderungen am betroffenen Gerät vorgenommen werden.

 

Die wichtigsten Präventionstipps

  • Für wichtige Konten unterschiedliche und sichere Passwörter verwenden.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
  • Regelmäßig prüfen, welche Geräte und Personen Zugriff auf eigene Konten haben.
  • Standortfreigaben und nicht benötigte Zugriffsrechte deaktivieren.
  • Nach einer Trennung gemeinsam genutzte digitale Zugänge überprüfen.
  • Bedrohungen, Nachrichten und andere digitale Übergriffe dokumentieren und Beweise sichern.
  • Bei einem Verdacht auf digitale Überwachung nicht allein handeln, sondern fachkundige Hilfe suchen.
  • Bei akuter Bedrohung die Polizei unter 110 verständigen.

 

Hilfe beim WEISSEN RING

Digitale Gewalt kann Betroffene verunsichern und nachhaltig belasten. Niemand muss solche Erfahrungen allein bewältigen.

Der WEISSE RING steht Kriminalitätsopfern mit persönlicher Unterstützung und Beratung zur Seite. Auch Angehörige können sich an die Organisation wenden.

Das bundesweite Opfer-Telefon des WEISSEN RINGS ist unter 116 006 kostenfrei erreichbar – anonym und täglich von 7 bis 22 Uhr.

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