Direkt zum Inhalt
Harburg (Kreis)
Menü

Cyber-Anlagebetrug: Tausende Rufnummern abgeschaltet

Zehntausende Menschen im Visier

Cyberkriminelle setzen zunehmend auf professionell wirkenden Anlagebetrug. Mit gefälschten Handelsplattformen, überzeugenden Internetauftritten und geschulten Telefonverkäufern werden Verbraucher dazu gebracht, Geld in vermeintlich lukrative Anlagen zu investieren.

Deutsche und internationale Ermittlungsbehörden gehen verstärkt gegen diese Strukturen vor. In den vergangenen Monaten wurden nach Behördenangaben mehrere Tausend Rufnummern abgeschaltet, die von mutmaßlichen Tätern für betrügerische Anrufe genutzt wurden.

Professioneller Betrug mit System

Beim sogenannten Cybertrading-Fraud werden Interessierte häufig über Werbung im Internet oder soziale Netzwerke auf angebliche Investmentangebote aufmerksam. Nach einer ersten Einzahlung nehmen vermeintliche Broker Kontakt auf und drängen zu weiteren Zahlungen.

Die Täter vermitteln dabei häufig den Eindruck, dass das investierte Geld tatsächlich gewinnbringend angelegt wird. Gefälschte Kontostände oder angebliche Gewinne auf der Handelsplattform können diesen Eindruck zusätzlich verstärken.

Tatsächlich fließt das Geld jedoch nicht in eine echte Kapitalanlage. Sobald Betroffene ihr Geld zurückfordern möchten, werden häufig weitere Gebühren, Steuern oder andere Zahlungen verlangt. Am Ende ist das investierte Geld meist verloren.

International organisierte Täter

Hinter dem Betrug stehen häufig arbeitsteilig organisierte Gruppen, die über Ländergrenzen hinweg agieren. Für die verschiedenen Aufgaben – von der technischen Bereitstellung gefälschter Plattformen bis hin zur telefonischen Betreuung der Opfer – werden teilweise unterschiedliche Dienstleister eingesetzt.

Die Ermittler gehen deshalb nicht nur gegen einzelne Täter vor, sondern versuchen auch, die technische und kommunikative Infrastruktur der Betrugsnetzwerke zu unterbrechen.

Neben zahlreichen Rufnummern wurden in internationalen Ermittlungsverfahren auch Tausende betrügerisch genutzte Internetadressen abgeschaltet. Besucher solcher Seiten können inzwischen auf behördliche Warnhinweise umgeleitet werden.

Vorsicht bei unerwarteten Anlageangeboten

Anlagebetrug lässt sich nicht allein daran erkennen, dass ein Angebot unseriös wirkt. Die Täter arbeiten häufig professionell und bauen über längere Zeit Vertrauen auf.

Wer unerwartet telefonisch oder über das Internet zu einer Geldanlage aufgefordert wird, sollte deshalb besonders vorsichtig sein. Auch angebliche Gewinne auf einer Online-Handelsplattform sind kein Beweis dafür, dass tatsächlich Geld angelegt wurde.

 

Wichtige Präventionstipps

  • Keine Anlageentscheidung unter Zeitdruck treffen. Seriöse Anbieter setzen ihre Kunden nicht unter Druck.
  • Unbekannten Anlageangeboten grundsätzlich misstrauisch begegnen, insbesondere wenn sie telefonisch oder über soziale Netzwerke angeboten werden.
  • Niemals Geld überweisen, nur weil ein angeblicher Broker dies am Telefon verlangt.
  • Den Anbieter unabhängig überprüfen. Nicht ausschließlich die Kontaktdaten oder Internetseiten verwenden, die der Anbieter selbst nennt.
  • Die Zulassung eines Finanzdienstleisters prüfen, beispielsweise über die Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
  • Keine Fernzugriffe auf Computer oder Smartphone zulassen, wenn ein angeblicher Anlageberater dies verlangt.
  • Bei bereits erfolgten Zahlungen sofort die eigene Bank kontaktieren und prüfen lassen, ob eine Rückholung noch möglich ist.
  • Beweise sichern: Überweisungsbelege, Chatverläufe, E-Mails, Telefonnummern und Internetadressen aufbewahren.
  • Strafanzeige erstatten, wenn der Verdacht besteht, Opfer eines Anlagebetrugs geworden zu sein.

 

Wer Opfer einer Straftat geworden ist, muss damit nicht allein bleiben. Der WEISSE RING unterstützt Kriminalitätsopfer und informiert über mögliche Hilfen. Das Opfer-Telefon ist bundesweit unter 116 006 erreichbar.

Quelle: FAZ

0 0